Browsing Tag

market

Vietnam

Oh, beautiful Vietnam! (DE)

In Vietnam hatte ich das Privileg vier Tage in einer vietnamesischen Familie leben zu dürfen ohne etwas sagen oder verstehen zu können. Manchmal reicht eben auch ein Lächeln. Es muss reichen… 😉

Hanoi

Ankommen

Während unserer Zeit in Bangkok sind Robin und ich viel gereist. Hat sich ja super angeboten, denn von Bangkok aus kann man fast alle größeren Flughäfen in Südostasien anfliegen, sozusagen das Frankfurt von Thailand. An einem Montagabend erzählte mir meine Freundin, die mit uns in Bangkok studierte, dass sie am nächsten Tag gegen Mittag nach Hanoi fliegt, um in Hòa Bình ihre Oma dort zu besuchen. Sie bot mir an einfach mitzukommen und mal eine richtige vietnamesische Familie zu besuchen.

Ich buchte meinen Flug am nächsten Morgen gegen 11 Uhr. Ja es war recht spontan. Wir waren froh, dass wir den Flieger überhaupt noch bekommen haben, mit Entscheidungen habe ich es ja nicht so ….

 

What to do in Hanoi ?

Als wir in Hanoi ankamen entschieden wir uns den local Bus in die Altstadt zu nehmen. Ist einfach viel billiger als ein Taxi, dauert aber gut 1,5h. In der Altstadt befinden sich die meisten Hostels. Wir hatten uns ein Bett im Hanoi Rocks Hostel gebucht. Free Beer zwischen 6-7 haben einfach überzeugt. Das Hostel war echt super. Sehr sauber, viele Leute und gute Drinks. Abends ist ganz schön was los, zudem liegt es super zentral und die Cosmopolitans waren bis jetzt die Besten die ich hatte.

Wer gerne in alternative Bars geht und offen für Neues ist, sollte sich auf keinen Fall „The Doors“( Anschrift: 11 Hang Chinh, Hanoi 084) entgehen lassen. Abends treten hier immer verschiedene Bands aus aller Welt auf. Der Flair dieser süßen, alten Bar ist einfach einmalig, nicht das was man eigentlich in Vietnam so erwarten würde.

Auch kulinarisch hat Hanoi einiges zu bieten. Die französisch angehauchten Sandwichs (Bánh mì) bekommt man an jeder Straßenecke und muss man unbedingt probieren, vorausgesetzt man mag Koriander 😉 Koriander sollte man im Allgemeinen mögen, wenn man nach Vietnam kommt. Mein absolutes Lieblingsgericht ist und bleibt aber Bun Bo Xao. Leckere Reisnudeln mit Rindfleisch in einer braunen süß, säuerlichen Soße mit Koriander, gerösteten Zwiebeln, Karotten und Nüssen. Sooo lecker. Habe es an einem Straßenstand in der Straße  „Hang Buom“ gegessen.

DSCN1539

DSCN1545 (1)

 

Auch wer Shoppen möchte wird in Hanoi nicht enttäuscht. Ob Markt oder Geschäft hier findet sich alles was das Herz begehrt. Am Wochenende lohnt es sich den bekannten Dong-Xuan-Wochenendmarkt zu besuchen. Wie auf so ziemlich allen asiatischen Märkten findet man hier alles was das Herz begehrt.

Alle Menschen, die so wie ich Kaffee lieben sollten in Hanoi zuschlagen und außerhalb von Hanoi und Ho-Chi-Minh lieber die Finger davon lassen, denn es ist kein typisches Getränk in Vietnam. Ich habe es mehrmals versucht aber es sah Kaffee nicht einmal ähnlich 😀 In Hanoi aber kann man ganz guten Kaffee finden.

DSCN1535

Nach unserer kurzen, partyreichen Nacht in Hanoi ging es weiter in die kleine Stadt Hòa Bình, die vor allem für ihr Wasserwerk bekannt ist. Die Busfahrt war selbst für asiatische Verhältnisse sehr, sehr holprig. Aber die Snacks, die alle halbe Stunde im Bus von Einheimischen verkauft werden lenken ab 😀

 

Hòa Bình

Nach ein paar Stunden kamen wir schließlich an. Ich war eine kleine Sensation, denn Touristen sieht man hier nicht so häufig. Die Familie meiner Freundin empfing uns unheimlich herzlich. Ich verstand natürlich kein Wort aber man lernt aus den Gesichtern zu lesen. Auch die nächsten Tage sollte ich kein Wort verstehen und sagen, doch ein Lächeln sagt ja bekanntlich mehr als tausend Worte. Daran, dass ich wirklich überhaupt gar nicht bezahlen durfte, musste ich mich allerdings erst gewöhnen…. so läuft Gastfreundschaft in Vietnam.

Die Familie lebt in einem superschönen, vietnamesischen Haus, direkt an der Hauptstraße. Insgesamt leben hier die Oma, die Tante und der Onkel, sowie die zwei zuckersüßen Nichten meiner Freundin. Wir hatten unser eigenes Zimmer, denn das Haus ist ziemlich groß und hat sehr hohe Decken und zwei Etagen. Im Hinterhof wohnen die Hühner, die einen morgens pünktlich für das Frühstück wecken. Nur eine Schiebetür trennt das Wohnzimmer/Eingangszimmer (das gleichzeitig auch Friseursalon ist) von der Straße, so dass man quasi immer mitten im Geschehen ist. Das hat mir wirklich gut gefallen. Die nächsten Tage waren wirklich sensationell. Es gab super  leckeres Essen, obwohl ich mich erst daran gewöhnen musste, dass ein Huhn extra für uns geschlachtet wurde und ich die Federn am Morgen noch im Hof fand. Gastfreundschaft wird in Vietnam groß geschrieben und ich dachte schon am zweiten Tag, dass ich mit Sicherheit bald eine Magenüberdehnung habe oder platzen werde, denn ein „nein danke ich bin satt“ wird nicht akzeptiert. Ich gewöhnte mir also an, so langsam wie möglich zu essen 😀

Die vier Tage….

…vergingen wie im Flug. Die Familie organisierte alles für uns. Ein Ausflug zum Wasserwerk (auf das die Einwohner wirklich unglaublich stolz sind), eine Fahrt durch die Stadt, zur Mall und unzählige Besuche bei Verwandten. Ich fand das alles sehr aufregend. Alle waren sehr interessiert und keiner störte sich daran, dass ich als „Fremde“ einfach überall unangemeldet mitkam. Bei einer Tante, die eine Sternfruchtfarm hat, entdeckte ich mein große Liebe für diese Früchte. Unbedingt probieren!

An einem Nachmittag sind wir alleine zum Markt. Es war gar nicht so einfach sich von den Verwandten loszureißen, aber wir bestanden darauf. Der Markt war unglaublich farbenfroh. So viele leckere Früchte und unglaublich viel Gemüse so weit das Auge reichte. Auf einem einheimischen Markt sieht man wirklich alles, auch Dinge die man gar nicht so sehen möchte. Ich war doch leicht erschrocken, als ich einen geschlachteten Hund sah. Ich denke mir aber auch, dass ein Vietnamese sicherlich auch einen Schock bekommt, wenn er das erste Mal in einen deutschen Supermarkt gehen würde.

IMG_0432

DSCN1561

Am Abend haben wir es dann auch in einen vietnamesischen Pub geschafft. Die Tante meiner Freundin war irritiert über die Menge an Bier, die wir trinken konnten. Sie wusste ja nicht, das wir als Exchange Students in Bangkok gut in Übung waren. Ich glaube in Vietnam wird Bier nicht wirklich viel von Frauen getrunken 😀 Mein Versuch heimlich alles zu bezahlen, ging leider in die Hose, denn die Besitzerin enttarnte mich. So zahlte die Tante auch noch unser Bier.

Am schönsten fand ich in Vietnam nicht nur die Herzlichkeit, sondern einfach dieses Gefühl von Gemeinschaft. Ständig kamen Nachbarn, Verwandte und Freunde der Familie vorbei um uns willkommen zu heißen. Wir haben alle zusammen auf dem Boden gegessen und alles wurde geteilt. Es war eine wirklich schöne und besondere Zeit, denn wann hat man denn die Möglichkeit in einer richtigen vietnamesischen Familie zu leben.

Nach fünf Tagen war unsere Zeit auch leider schon vorbei . Nach einer weiteren kurzen, partyreichen Nacht ging unser Flieger auch schon wieder zurück nach Bangkok.

DSCN1583